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Zentrales Walzwerk

Datierung 1948–1972
Kode Z3

An der Stelle des heutigen Gebäudes Nr. 43 stand ursprünglich ein zehnstöckiges Industrieobjekt aus dem Jahr 1933, das überwiegend als Lager diente. Bei der zu Kriegsende erfolgten Bombardierung wurde es jedoch schwer beschädigt und musste abgerissen werden. Auf der freigewordenen Parzelle begann in den Jahren 1948–1949 ein zentrales Walzwerk für Kautschukmischungen emporzuwachsen. Sein Autor war der ehemals in der Bauabteilung der Firma Baťa beschäftigte Architekt Jiří Voženílek, der parallel dazu auch die drei Reihen entfernt gelegenen Gebäude Nr. 14 und 15 entwarf. Das neue Objekt bestand aus einem sechsstöckigen Rohstofflager und einer daran anschließenden Halle für das Walzwerk. Aus verwaltungstechnischen Gründen und auch wegen einer veränderten Technologie wurde der Bau unterbrochen, seine Errichtung in der ersten Hälfte der fünfziger Jahre in Etappen aufgeteilt und endgültig erst im Jahr 1964 fertiggestellt. Typisch für Jiří Voženíleks Walzwerkhalle war ihre Überdachung mit einem sägezahnartigen Muscheldach mit einer Spannweite von jeweils 12 × 9 × 12 m in Querrichtung und 15 × 6,15 m in Längsrichtung.
Am 27. Oktober 1971 ist im südöstlichen Teil des Areals ein Feuer ausgebrochen, das drei Tage lang wütete. Die Gebäude des Lagers und des Walzwerks wurden dabei vollständig zerstört. Infolge der schweren, auf 53 Millionen Kronen bezifferten Schäden wurde in den Jahren 1972–1975 von Architekt J. Jenerál und Bauingenieur F. Šula vom staatlichen Planungsinstitut Centroprojekt Gottwaldov ein neues Gebäude entworfen. Die Baukosten kletterten auf 158,28 Millionen. Das nationale Unternehmen Svit Gottwaldov (vor 1948 die Firma Baťa) war auch in den siebziger Jahren einer der größten Schuhhersteller in der Tschechoslowakei, und die direkte Wiederaufnahme des Walzwerkbetriebs war für die weitere Produktion von Schlüsselbedeutung. Damit die Situation schnell geklärt werde, wurde vom Ministerium für Industrie eine Kommission eingerichtet, die zusammen mit der Leitung des Unternehmens Svit den Bau eines Gummiwalzwerks an der Stelle des zerstörten Objektes vorschlug.
Das Areal des Walzwerks aus den siebziger Jahren war im Urbanismuskonzept des Fabrikbezirks organisch integriert. Die den Betrieb des Walzwerks sicherstellende fünfstöckige Hauptpartie erstreckt sich über einen Grundriss von 92 × 19 m und ist 26 m hoch. Es handelt sich um einen Dreiertrakt mit einer aus einem Stahlskelett bestehenden Tragekonstruktion, den Außenmantel bilden ein gefugtes Backsteinmauerwerk und durchgehende Stahlfenster. An das Hauptgebäude schließt in voller Länge ein weiteres Objekt an – eine durch eine 3,15 m breite Lücke angeschlossene Stahlhalle. In ihr wurden Umkleideräume und Hilfsbetriebsstätten des Walzwerks installiert. Die angeschlossene Kompressorstation nahm als Halle mit einer Fläche von 31 × 25 m und mit einstöckigen Anbauten Form an. Das zentrale Walzwerk war eine der am modernsten ausgestatteten Betriebsstätten in der Tschechoslowakei, und ihr Wiederaufbau erfolgte in einer bisher nie dagewesenen kurzen Zeitspanne. Das Gebäude dient bis heute der Produktion, auch Büroräume und kleinere Betriebe sind darin zu finden. Das Objekt hat immer noch Industriecharakter, verfügt über keine Wärmedämmung und wurde später mit einer Gebäudebrücke zu Gebäude Nr. 32 versehen.
Die zweite Bauetappe der mit dem Betrieb des zentralen Walzwerks verbundenen neuen Objekte wurde im Westteil des Areals fortgesetzt. Im Laufe der siebziger und achtziger Jahre entstanden dort weitere 19 Produktionsgebäude, von denen die wichtigsten das fünfstöckige Lager für Chemikalien und Mahlgut und die Halle zur Regenerierung von Gummiabfällen sind (Gebäude Nr. 113, 123 und 114).
Für das Ersatzgebäude hat man erneut das traditionelle gefugte Blankziegelmauerwerk verwendet, der architektonische Gesamtcharakter des Fabrikareals blieb weiterhin kompakt.