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Schuhproduktionsgebäude 14 und 15

Datierung 1946–1949
Architekt/in Jiří Voženílek
Kode Z3
Adresse Vavrečkova 7040, Zlín
Öffentlicher Nahverkehr Öffentlicher Nahverkehr: Střed (BUS 38)
GPS 49.2248711N, 17.6589275E
Literatur
  • Jiří Voženílek, Nová výstavba Zlína, Architektura ČSR VI, 1947, S. 69-84
  • Petr (ed.) Všetečka, Jiří Voženílek: Budovy č. 14 a 15 ve Zlíně - dědictví industriální éry, Zlín 2013

Bei der Bombardierung des Fabrikareals der Firma Baťa durch die Alliierten im November 1944 traf eine Bombe Gebäude Nr. 15 direkt und zerstörte es fast völlig. Das Nachbargebäude Nr. 14 wurde ungefähr zu zwei Drittel beschädigt. Beide wurden deshalb bald nach Kriegsende abgerissen. Auf Grundlage des neuen, aus der Feder des Firmenarchitekten Jiří Voženílek stammenden Regulierungsplans der Fabrik aus dem Jahr 1946 entschied man, dass an ihrer Stelle der neue Typ einer von Voženílek selbst entworfenen fünfgeschossigen Fabrikhalle entstehen soll. Der Prototyp dieser Gebäude war bereits während der Okkupation in einer der Satellitenfirmen Baťas im slowakischen Baťovany-Šimonovany nach Voženíleks Plänen errichtet worden. Die zwei neuen spiegelsymmetrischen Objekte 14 und 15 wurden so konzipiert, damit sie den neuen Anforderungen an die Schuhproduktion so weit wie möglich entsprachen. Bei dem Dreiertrakt mit 15 Feldern wurden die äußersten Konstruktionsfelder von 6,15 m auf 7,85 m vergrößert, sodass die Entfernung der Pfeilerachsen in Querrichtung 7,85 + 6,15 + 7,85 m betrugen. Dadurch erhielt man eine größere Arbeitsfläche. Die für Männer und Frauen getrennten Umkleide-, Sozial- und Nebenräume verlegte der Architekt in die Zwischenetagen, die Werkstätten hatten eine höhere lichte Höhe von 4 m. Die Ausstattung der Gebäude wurde deutlich aufgestockt, was die Hygiene- und Arbeitsbedingungen verbesserte (Gummifußbodenplatten, wärmegedämmte Dächer, Ausstattung der Waschräume). Um Temperaturschwankungen zu mindern wurden Doppelfenster verwendet. Im mittleren Anbau blieb nur ein Lastenaufzug, alles andere konzentrierte sich in den hinzugefügten Endfeldern, einschließlich des Maschinenraums für die Lüftungstechnik. Die zentralen Duschen für die Beschäftigten siedelte der Architekt im Souterrain an. Beide Produktionshallen waren mit dem Zentrallager in Gebäude 34 durch Drahtseilbahnen mit Haltestationen auf den Dächern verbunden. Die Baukosten für Gebäude 15 betrugen 34 Millionen Kronen, und Gebäude 14 wurde für 36 Millionen Kronen (damaliger Währung) errichtet. Zuerst wurde Gebäude Nr. 15 (1946–1947) fertiggestellt, Gebäude 14 erhielt die Baugenehmigung im Mai 1947 und war 1949 fertig.
Im Jahr 1992 wurde der Ostteil beider Gebäude durch ein zweigeschossiges gemauertes Objekt miteinander verbunden. Die Schuhproduktion wurde dort vom nationalen Unternehmen Svit bis in die neunziger Jahre fortgesetzt und im Zuge der veränderten politischen und wirtschaftlichen Situation nach dem Bankrott des Schuhkonzerns Svit im Jahr 1994 eingestellt. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts dienten beide Objekte nach teilweiser Instandsetzung zu Nichtproduktionszwecken, vor allem als Textilverkaufsläden, Lager oder als Ausstellungsräume und wurden allmählich baufällig.
Die heruntergekommenen Gebäude hat die Region Zlínský kraj im Jahr 2008 den damaligen Eigentümern abgekauft. Im darauffolgenden Jahr wurde ein Architekturwettbewerb zu ihrer Umwandlung ausgeschrieben. In den Jahren 2011–2013 erfolgte ihre Sanierung nach dem Siegerentwurf von Juraj Sonlajtner, Jakub Obůrka und A.D.N.S PRODUCTION. Ihr Konzept reagierte auf die Notwendigkeit, die beiden Bauten und drei Funktionen zu einer Identität bedeutungsmäßig miteinander zu verknüpfen und dem Bedarf nachzukommen, für ein Buchlager einen Anbau hinzuzufügen. Die Eingangsplattform wurde als von der horizontalen Baumasse des Lagergebäudes geschaffener offener Hof konzipiert, was dem Raum zwischen den Gebäuden einen neuen Zweck und eine neue Proportion gab und ihn zum Verbindungsglied zwischen dem Objekt und der Stadt werden ließ. Der architektonische Ausdruck der ursprünglichen Fabrikgebäude ist einschließlich der typischen Materiallösung und Fassadengliederung erhalten geblieben. Die Baumasse der Plattform wurde in Sichtbeton ausgeführt, wodurch sie als neuer Bestandteil erkennbar ist.
Der Siegerentwurf wurde während seiner Realisierung noch um die Renovierung einiger technologischer Relikte ergänzt. Vor allem ist dabei als letztes Beispiel das System der Drahtseilbahn und Förderbänder erhalten geblieben, die früher die einzelnen Gebäude miteinander verbunden haben, ebenso die als Maschinenräume des ganzen Systems dienenden Dachaufbauten, die heute die Betriebsräume der neuen Klimaanlage des Gebäudes beherbergen. In den Innenräumen wurden weitere Erinnerungen an die Industrieära belassen wie etwa die Metallbodenplatten und Elemente der ursprünglichen Lüftungstechnik. Die Gesamtkosten des Umbaus betrugen 937,7 Millionen Tschechische Kronen.
In den sanierten Gebäuden haben bedeutende kulturelle Institutionen der Region Zlínský kraj die ihnen würdigen Räumlichkeiten gefunden: die Regionalgalerie für Bildende Kunst, das Museum für Südostmähren und die František-Bartoš-Regionalbibliothek unter dem gemeinsamen Namen 14|15 BAŤA INSTITUT.

LH