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Gebäude Nr. 13

Datierung 1918
Kode Z3
Adresse Vavrečkova 5262, Zlín
Öffentlicher Nahverkehr Öffentlicher Nahverkehr: Dvacátá (BUS 38)
GPS 49.2239825N, 17.6578981E

Gebäude Nr. 13 zählt heute zu den ältesten im Fabrikareal. Der Charakter der speziellen Zlíner Architektur hing von Anfang an eng mit den Aktivitäten des Schuhunternehmens Baťa zusammen, das im Jahr 1894 von den Geschwistern Baťa in Zlín gegründet worden war. Sechs Jahre später erwarben sie in der Nachbarschaft des Bahnhofs Grundstücke und errichteten darauf die ersten Fabrikobjekte. Nach Plänen, die Tomáš Baťa aus den USA mitgebracht hatte und die dann offenbar von Architekt Dominik Fey bearbeitet wurden, wuchs im Jahr 1906 am Bahnhof das erste dreigeschossige Produktionsgebäude mit den Maßen 60 × 20 m empor. Es stieß auf keine Ablehnung, hatte Pfeiler und Decken aus Holz sowie gewölbte Fensterstürze. Der Bau war ein Vorbote der standardmäßig von der Firma errichteten Produktionsetagengebäude und wurde als Prototyp vielfach wiederholt. Ein weiteres Gebäude aus dieser Entwicklungsreihe war der Typ aus dem Jahr 1918 mit fünf Etagen, der bis 1923 verwendet wurde.
Die Backsteinaußenwände waren tragend, und die Holzpfeiler wurden durch solche aus Stahl ersetzt. In der Anfangsphase erfolgte der Bau der Baťa-Fabrik ohne tiefgründigeres Konzept, die einzelnen Gebäude entstanden nach den jeweils aktuellen Bedürfnissen der Firma. Ein konzeptioneller Wandel des Areals begann im Jahr 1924 gemäß dem Regulierungsplan des Architekten František Lýdie Gahura. Er beteiligte sich auch an der Entwicklung eines neuen Produktionsgebäudetyps mit Stahlbetonskelett mit der Trägerspannweite von 6,15 × 6,15 m und dem Grundriss von 18 × 80 m.
Die meisten Objekte aus der ersten bis 1923 dauernden ersten Bauphase wurde bei der Bombardierung Zlíns im Jahr 1944 beschädigt und anschließend abgerissen. Erhalten geblieben ist lediglich das fünfgeschossige Gebäude zur Produktion von Schusterwerkzeugen, das heute die Nummer 13 trägt. Die Bombardierung Zlíns hat es ohne größere Verluste überstanden, hat jedoch im Laufe seiner über hundertjährigen Existenz eine Reihe von Veränderungen durchgemacht. Im Jahr 1955 wurden die Holzdecken gegen Betondecken ausgetauscht. Im darauffolgenden Jahr wurde im Rahmen der Produktionserweiterung von Werkzeugen der Mittelteil 13/2 in den Raum zwischen das 12. und 13. Gebäude und die Schächte für den Lastenaufzug an der Nordseite eingebaut. Ende der sechziger Jahre erfolgte eine Instandsetzung der Fensterfüllungen, und die mit Backsteingurten kombinierte neuverputzte Fassade hat das ursprüngliche Aussehen des Gebäudes völlig verändert.
Nach 1989 wurde der Schuhkonzern Svit in Dutzende Kleinfirmen zersplittert, und eine Reihe von Fabrikobjekten erhielt einen neuen Eigentümer. Ab 1992 gehörte Gebäude 13 der Firma Frema als Nachfolger des Maschinenbaubetriebs, den Tomáš Baťa im Rahmen der Herstellung von Schusterwerkzeugen gegründet hatte (1903). Im Jahr 2005 wurde die Gesellschaft PMT Real a.s. Eigentümer beider Gebäude, die im Jahr 2014 mit der kompletten Revitalisierung von Objekt 13A begann und im darauffolgenden Jahr den Einbau von 13B nach den Plänen von Vladimír Pokluda und der Gesellschaft Stemio a.s. in Angriff nahm. Dem Umbau gingen die notwendige Statikprüfung und die anschließende erforderliche Gebäudestabilisierung durch eine Stahlverbundkonstruktion im Innern voraus. Die Änderungen erfolgten in Absprache mit dem Nationalen Denkmalamt. Die Fassade erhielt eine komplette Wärmedämmung und wurde mit einem Backsteingurt verkleidet, es kam zu einem Austausch der Fenster und auch des Dachmantels. Im Innern konnte die ursprüngliche Stahlbetonträgerdecke nicht gerettet werden. Denkmalmäßig wertvollstes Element blieben die ursprünglichen gewölbten Fensterstürze bei Gebäude 13A, die heute allerdings lediglich in den Innenräumen, wie beispielsweise im Café Továrna (Fabrik) sichtbar sind.
Im neuen Einkaufszentrum gibt es neben diesem beliebten Café noch zwei Restaurants und eine Reihe von Dienstleistungsbetrieben, Geschäften und Büros. Bei der Revitalisierung von 2014–2016 ist es gelungen, sowohl den Industriecharakter, als auch die ursprünglichen historischen Spuren zu bewahren, und das Objekt, das Teil der Städtischen Denkmalzone Zlín ist, bleibt ein Beleg für das kulturelle und architektonische Erbe Zlíns.

LH