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Mietshaus von František Jelínek

Datierung 1928–1929
Kode Z6
Adresse náměstí Míru 65, Zlín
Öffentlicher Nahverkehr Öffentlicher Nahverkehr: náměstí Míru (TROL 1, 2, 3, 4, 5, 8, 9, 11, 12, 13, BUS 31, 32, 33, 35, 36, 53, 70, 90) Dlouhá (TROL 2, 4, 5, 9)
GPS 49.2271028N, 17.6672458E

Parallel zu den Arbeiten für die Firma Baťa hat Architekt František Lýdie Gahura auch sein eigenes Planungsbüro betrieben. Eine seiner in Zlín unabhängig von Firmenaufträgen entstandenen Realisierungen ist Haus Nr. 65 auf dem Friedensplatz (früher Haupt-Stadtplatz) in der Mitte von dessen Nordfront. Der in rein funktionalistischem Stil gehaltene Bau ist ein Beispiel für die Realisierungen des Architekten, bei denen er sich weder an die ästhetischen noch an die finanziellen Forderungen der Firma halten musste. Auftraggeber des Baus war der Unternehmer František Jelínek, der ebenso wie viele andere lokale Geschäftsmänner seine Mittel in den Bau eines Mietshauses investierte, in dem er wohnen und die übrigen Räume gleichzeitig zu Geschäfts- und Unterbringungsdienstleistungen vermieten konnte. Das Haus befindet sich auf einer relativ schmalen Parzelle mit den Maßen von 12 × 30 m. Ursprünglich stand auf der Parzelle ein Gebäude mit Holzpfeilern und einer Ausmauerung aus ungebrannten Ziegelsteinen, das bis 1923 Maria Langerová gehörte, für die Jaroslav Jarcovják die Pläne für ein neues Haus entwarf, zu dessen Bau es jedoch nicht kam. Das alte Haus wurde wegen seines schlechten Zustandes im Jahr 1928 abgerissen. In demselben Jahr erhielt die Baukommission die ersten Baupläne für ein Haus mit einem U-förmigen Grundriss und einem kleinen 2 m breiten Hof. In den Stockwerken, in denen die Wohnungen waren, wurden zum Hof hin Laubengänge entworfen. Dieser Entwurf wurde vom städtischen Hygieniker wegen zu wenig Sonnenlichteinfall in den Erdgeschosswohnungen nicht genehmigt. In der zweiten Version wurde demzufolge der Grundriss des Hauses in der unteren Etage eingehalten, der Westflügel wurde jedoch kaskadenförmig abgestuft, sodass geräumige Aufenthaltsterrassen entstanden. Diese Lösung hatte einen besseren Lichteinfall zur Folge. Das Konstruktionssystem des Hauses besteht aus einer Stahlbetonkonstruktion, die von den Kellern über alle Etagen geführt wird, das Skelett wurde mit Ziegelsteinen ausgemauert.
Das Mietshaus mit Flachdach hat zwei Eingänge, einen am Marktplatz und einen am Hof von der Straße Zarámí aus. Das Objekt hat in Richtung Marktplatz eine einfache, horizontal gegliederte Fassade, die von Fensterbändern durchbrochen wird. Das Erdgeschoss bestand aus zwei Geschäftseinheiten mit großzügigen Schaufensterauslagen. An die Geschäftsräume im Erdgeschoss schlossen zwei Zweizimmerwohnungen an, die bald als Lager oder Werkstätten benutzt wurden. In der Mitte der Disposition befindet sich im Ostflügel eine zweiläufige Treppe, welche die einzelnen Stockwerke miteinander verbindet. Im ersten Stock befanden sich zwei symmetrisch konzipierte Wohnungen mit Terrasse, im zweiten und dritten Stock waren 4 Wohnungseinheiten und zwei Ledigenheime untergebracht. Das Haus ist komplett unterkellert, zu jeder Wohnung gehörte eine Kellerbox, ferner gab es dort einen Waschraum, einen Trockenraum und eine Garage. Der Bau wurde am 27. Juni 1929 fertiggestellt. 
Im Laufe der dreißiger Jahre wurde das Haus an verschiedene Mieter vermietet, zu ihnen gehörte beispielsweise auch die Bekleidungsfirma Nehera Prostějov, die dort dann eine Filiale unterhielt. Nach 1948 lebte František Jelínek bereits in den Vereinigten Staaten, und die meisten Wohnungen wurden umgebaut oder dienten als Ledigenheime. Dort hatte beispielsweise das Bezirksinstitut für nationale Gesundheit seinen Sitz. Der ursprüngliche, glatte Kalkverputz wurde durch Brisolitputz ersetzt, die Struktur und Gliederung der Fenster ist bis heute erhalten geblieben. Heute wird das Haus kommerziell genutzt, das Erdgeschoss hat auch weiterhin seine Geschäftsfunktion beibehalten. Die minimalistische Fassade wird jedoch beträchtlich von visuellem Smog gestört.