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Doppelhaus Typ Vítek

Datierung 1935
Architekt/in Antonín Vítek
Kode Z2
Adresse Nad Ovčírnou VI 627, 5684, Zlín
Öffentlicher Nahverkehr Öffentlicher Nahverkehr: Památník Tomáše Bati (BUS 53) Sportovní hala (TROL 2, 7, 11, 12, 13, 14, BUS 31, 36, 90)
GPS 49.2179322N, 17.6635811E
Literatur
  • František Lýdie Gahura, Stavba rodinných domků s Tomášem Baťou, Zlín 1944
  • Berty Ženatý, Americké domečky, Praha 1931
  • Jindřich Chatrný, Dagmar Černoušková, Pavel (ed.) Borský, Nový dům Brno 1928, Brno 2018, S. 43-146
  • , Vypsaná soutěž: Firma Baťa a.s. ve Zlíně vypisuje dvě byt. soutěže, Architekt SIA XXXIV, 1935, S. 16
  • , Do 15. dubna je prodloužena byt. soutěž, Architekt SIA XXXIV, 1935, S. 48
  • , Výsledky Baťovy mezinárodní bytové soutěže, 289 návrhů – 94.500 Kč odměn, Zlín, velké vydání IV, 1935, S. 1

Das nach den Plänen des Architekten Antonín Vítek entworfene Doppelhaus wurde aufgrund der Ergebnisse des internationalen Wohnungsbauwettbewerbs errichtet, der von der Firma Baťa im Januar 1935 ausgeschrieben worden war und zu dem 289 in- und ausländische Teilnehmer ihre Entwürfe eingereicht haben. In der Jury saßen sowohl Firmenvertreter als auch die bedeutenden Architekten Le Corbusier, Edo Šen, Bohuslav Fuchs, Pavel Janák, Dušan Jurkovič, Jaroslav Syřiště und František Lýdie Gahura. Die Wettbewerbsergebnisse wurden am 5. Mai 1935 bekannt gegeben, und an Prämien hat die Firma 94 500 Tschechische Kronen ausgeschüttet. Die Jury entschied, dass vier von den prämierten Entwürfen realisiert werden. Ihre Autoren waren Adolf Benš + František Jech (gemeinsames Projekt), der schwedische Architekt Erik Svedlund, Vladimír Karfík und Antonín Vítek. Die Bauten wurden am Hang des Barrabashügels oberhalb der Tomáš-Baťa-Gedenkstätte errichtet.
Das Objekt mit Flachdach, Blankziegelsteinfassade und symmetrisch angeordneten Baumassen steht an dem südlich des Zentrums in der Musterkolonie U Lomu im Viertel Nad Ovčírnou gelegenen Hang oberhalb des Gebäudes des einstigen Studieninstituts II (heute Sitz der Bezirkspolizeidirektion). Es wurde nach dem im Wohnungsbauwettbewerb prämierten Entwurf des Architekten Vítek errichtet. Vítek war seit 1929 Angestellter der Firma Baťa und entwarf vor allem Kaufhäuser, Firmenhäuser, Villen und arbeitete nicht nur in der Tschechoslowakei sondern auch im Ausland Regulierungspläne aus. Das Doppelhaus hat zwei selbständige, spiegelverkehrt angeordnete Wohnungen in zwei Etagen und eine Wohnfläche von 50 m2. Vom hervorspringenden überdachten und mit Garderobe versehenen Eingangsvorraum aus führt eine Treppe ins Obergeschoss sowie jeweils eine Tür ins Wohnzimmer, in die Küche und zur Toilette. Im Wohnzimmer gab es einen Eingang zur Küche sowie einen zu einem kleinen, in den Plänen als Kabinett bezeichneten Raum. Im Obergeschoss befinden sich zwei Schlafzimmer und ein Bad mit WC. Das Doppelhaus ist unterkellert und hat im Souterrain eine Garage. Der veranschlagte Preis für den Bau der zwei Wohneinheiten belief sich auf 53 000 Tschechische Kronen, was für den Auftraggeber zuviel war. Damals bewegten sich bei der Firma Baťa die Baukosten für Familienhäuser einschließlich aller Handwerksarbeiten um die 28 500 Tschechoslowakische Kronen für ein Einzelhaus und 38 000 Kronen für ein Standard-Doppelhaus. Die Höhe der Miete betrug pro Woche 15 Kronen für die Küche und ein Zimmer mit Zubehör, 27 Kronen für ein Doppelhaus und 35 Kronen für ein Einfamilienhaus, für Villen mit mehreren Zimmern betrug sie 60 Kronen.
Das Doppelhaus in der Musterkolonie U Lomu wurde als Teil des intimen Wohnkomplexes vor dem 27. Juni fertiggestellt, als Zlín von den Teilnehmern des Internationalen Kongresses für Wohnungspflege besucht wurde. Die Bauabteilung hatte für sie im Rahmen des Programms auch eine Besichtigung der Musterkolonie der im internationalen Wohnungsbauwettbewerb ausgewählten und prämierten neuen Firmenhaustypen vorbereitet. Ihre Bauabnahme erfolgte jedoch erst im September 1935.
Der zeitgenössischen Presse nach hatte Architekt Vítek für den Wohnungsbauwettbewerb auch einen Viertelhaustyp entworfen, der von der Firma anschließend im Viertel Zálešná realisiert wurde. Eine weitere sog. Mustergruppe von Familienhäusern wurde in den Jahren 1939–1940 realisiert. Dabei handelte es sich um Entwürfe von firmeneigenen Architekten und Baumeistern. Von acht eingereichten Plänen wurden drei Familienhaustypen mit der Bezeichnung F, M, und D ausgewählt, die auf zwischen den Straßen Slínová, Obeciny und Příční liegenden Grundstücken nach den Plänen der Autoren Alois Florián, František Musil und Miroslav Drofa errichtet wurden. Der Bau von Firmenhäusern wurde Anfang der vierziger Jahre in Zlín fast im gleichen Geiste fortgesetzt, allerdings konzentrierte man sich durch das Verdienst der Forschungsabteilung der Firma Baťa dabei auch auf die Entwicklung und Nutzung neuer Bautechnologien und Baustoffe.
Das Doppelhaus Typ Vítek hat seit seiner Errichtung keine Änderungen erfahren, es kam lediglich zu einem Austausch der Kastenfenster gegen Repliken (2004). Dieser Haustyp hat hinsichtlich Architektur und Disposition die weitere Entwicklung von Firmendoppelhäusern beeinflusst.

LH