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Baťa-Internate

Datierung 1930–1937
Kode Z2
Adresse Náměstí T. G. Masaryka 1335, Zlín
Öffentlicher Nahverkehr Öffentlicher Nahverkehr: náměstí Práce (TROL 2, 3, 4, 5, 6, 10, 11, 12, 13, 14, BUS 31, 38, 70) Památník Tomáše Bati (BUS 53)
GPS 49.2213297N, 17.6629461E

Ab dem Jahr 1927 begann man in der Nähe des Platzes der Arbeit ein neues Internatsviertel zu bauen, das für junge und ledige Beschäftige, für Schüler der Baťa-Schule der Arbeit gedacht war. Es sollte die Kapazitätsprobleme lösen, mit denen die Wohnungsabteilung lange Zeit zu kämpfen hatte. Autor der städtebaulichen Lösung war František Lýdie Gahura, der die Gebäude der Gemeinschaftsunterkünfte in zwei Reihen unterteilte (für Mädchen und Knaben). In den Jahren 1930–1937 entstand am Nordhang in der Nähe des Baťaschen Zentrums ein großzügiger Prospekt, der ab 1939 Platz der Pioniere genannt wurde (heute T.-G.-Masaryk-Platz).
Vorbild für die Internatsgebäude war die zweistöckige Herberge Nr. 855, die 1925–1926 an der nach Malenovice führenden Landstraße errichet worden war. Die Baupläne der Gebäude wurden von Alois Jambor aus Hranice ausgearbeitet, der vom klassischen Stahlbetonbausystem für Fabrikgebäude mit einem Modul mit den Maßen 6,15 × 6,15 m Gebrauch machte. Ein untypisches Element dabei war eine Bedienungsgalerie, die um den Rand der ersten Etage herum installiert wurde, durch die man in die einzelnen Schlafräume gelangte. Jeder Raum hatte einen separaten Eingang, der dieser einstweiligen Art des Wohnens einen größeren Komfort und mehr Privatsphäre bot. Das Gebäude verfügte auch über Kantinen, die auch als Gemeinschaftsräume dienten. Die Bedienungstreppen und Toiletten befanden sich in zwei Anbauten an den kürzeren Seiten des Wohnheims. Im Jahr 1965 wurde dieses Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Das Aussehen der Internate hat sich anschließend gewandelt, und der sich ausbreitende Marktplatz wurde künftig durch drei- bis fünfstöckige Objekte definiert, die in zwei Reihen entlang den Höhenlinien im Hang errichtet wurden. Ebenso wie bei den standardisierten Fabrikgebäuden hat man auch bei den Internaten ein Stahlbetonskelett (System Pohr und Hennebique), ein Modul von 6,15 × 6,15 m und ein Volumen von 13 × 3 Feldern verwendet. Die Grundgliederung der Disposition war ein Dreiertrakt mit Betriebskorridor in der Mitte und einem Eingang im Mittelteil des Objektes, von wo aus eine zweiläufige Treppe die Verbindung zu den übrigen Etagen darstellte. Die sich direkt oberhalb des Platzes der Arbeit befindenden älteren Internate hatten noch eckige Säulen, die nach 1930 durch runde Säulen ersetzt wurden. Damit die Schlafräume so groß wie möglich waren, hat man den Korridor schmaler gemacht. Das Skelettsystem der Säulen und Etagen wurde an der Fassade im unteren Drittel jeweils mit einer Fensterbrüstung ausgemauert, an die zwei in sechs Felder unterteilte Fenster anschließen, die durch einen gemauerten Pfeiler voneinander abgetrennt werden. Der veränderte Rhythmus der Fassade in der Mitte des Objektes deutet den Eingang in das Internat an. Der Innenkorridor wird durch zwei achtteilige Fenster mit tiefer liegender Fensterbank beleuchtet.
Das erste Gebäude im neuen Viertel war das Internat mit der Nr. 1335 (heutiges Hotel GARNI). Autor der Pläne ist František Lýdie Gahura, der Leiter der Bauabteilung. Die Baupläne der übrigen Internate wurden beispielsweise unterzeichnet von den Architektenduos Martinec–Švarz, Ing. Franc–Sovadina, Langfelder–Kubela, Martinec–Köhler und anderen. Viele von ihnen waren Angestellte der Bauabteilung der Firma Baťa, jedoch wurden ähnlich wie bei den Fabrikgebäuden auch externe Mitarbeiter und Firmen engagiert.
Die Gliederung der Internatsräume war quer durch das Viertel einander jeweils sehr ähnlich, jedoch nicht identisch. Einige Räume in den Wohnetagen waren miteinander verbunden, andere als Lagerräume abgeteilt. In den Wohnetagen befanden sich ungefähr 22 Zimmer, die Nutzung der Erdgeschossetagen war unterschiedlich. In ihnen waren zumeist Erzieher und die Gebäudeverwalter untergebracht, aber auch Gemeinschaftsräume, Büffets, Kantinen, Küchen, Schuhreinigungsbetriebe, Büchereien, Wäschelager, Friseure oder Garagen. Die Zahl der untergebrachten jungen Männer und Frauen waren in den einzelnen Internaten unterschiedlich. In den Verzeichnissen jener Zeit findet man Zahlen der auf einer Etage untergebrachten Personen, die sich zwischen 85 und 440 bewegen. Durchschnittlich konnten sich junge Männer und Frauen oder ledige Absolventen zu Fünft auf den Zimmern befinden, Neuankömmlinge hingegen haben sich ein Zimmer mit weiteren zwanzig Schlafgästen geteilt. Die Innenräume der Zimmer waren mit einfachen Möbeln und Zweietagenbetten eingerichtet. Bis 1991 befanden sich die Internate im Besitz der ehemaligen Firma Svit, die dort in- und ausländische Studenten und Unternehmensmitarbeiter untergebracht hat. Seit 1992 gingen sie nach und nach in Privateigentum über und werden heute zumeist zu kommerziellen und schulischen Zwecken sowie zur Unterbringung genutzt. Bei vielen Internaten wurden die Dispositionen im Innern geändert und andere Materialien verwendet. Die städtebauliche Grundlösung ist jedoch erhalten geblieben.