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Doppelhaus mit Anbauten (Metzgerei+Geschäft)

Datierung 1940–1941
Kode Z2
Adresse Na Vyhlídce 1594, Zlín
Öffentlicher Nahverkehr Öffentlicher Nahverkehr: Na Vyhlídce (TROL 4, 5)
GPS 49.2187594N, 17.6561969E

Die Städtebaupläne des Architekten František Lýdie Gahura gaben Zlín im Laufe der zwanziger und dreißiger Jahre die Form einer Zonenstadt, in der alle Funktionen ihre fest vorgegebene Lage haben. Arbeitszone, Wohnbezirk, Schulviertel und Geschäfts- und Gesellschaftszentrum der expandierenden Firma Baťa waren räumlich voneinander abgetrennt. Trotzdem waren sie gleichzeitig logisch miteinander verknüpft, je nachdem wie sich ein Firmenmitarbeiter seinem Tagesplan entsprechend in der Stadt bewegt hat. Nach und nach hat sich jedoch gezeigt, dass die ausgedehnten Familienhausviertel auch um kleine Verkaufsläden, Erhohlungs- bzw. Sportflächen und um Bildungszentren ergänzt werden müssen. Die erste konzentrierte Wohnzone Letná erhielt im Jahr 1941 dank der Umgestaltung eines ursprünglichen Familienhauses in der Straße Na Vyhlídce ein kleineres Ladenobjekt.
Das unterkellerte Doppelhaus Typ 1928 wurde in den Jahren 1930–1931 als Teil einer Gruppe von 99 Doppelhäusern in den Straßen Na Vyhlídce, Na Včelíně und Lipová errichtet. Bereits in den dreißiger Jahren wurde in seinem Erdgeschoss eine Verkaufsfläche eingerichtet, die jedoch erst 10 Jahre nach der Fertigstellung des Hauses in den Jahren 1940–1941 für die Bedürfnisse eines Verkaufsladens, eines Milchgeschäfts und einer Metzgerei mit eigener Schlachtung hergerichtet wurde. Die standardisierte kubische Baumasse des Doppelhauses erhielt an beiden Seiten des Erdgeschosses verandaartige Anbauten – links einen für den Milchladen, rechts für die Metzgerei und Schlachterei. Beide waren direkt von der Straße her durch eigene Eingänge zugänglich, die, ähnlich wie die zentrale Geschäftsfläche, mit einem kleinen Schaufenster versehen waren. Ihre Einrichtung erfüllte die strengen hygienischen Standards. Das durch ein Seitenfenster beleuchtete Milchgeschäft (3,5 × 3,77 m) war auch innen durch einen mithilfe eines Durchbruchs geschaffenen neuen Eingang mit dem benachbarten Verkaufsladen verbunden. Der Innenraum war bis zur Höhe von 1,8 m mit Kacheln verkleidet und mit einer Verkaufstheke mit undurchlässiger Platte, einem elektrischen Kühlschrank und einem Fayence-Waschbecken ausgestattet. Aus dem großzügigen Verkaufsladen gelangte man in den großen Lagerbereich, der aus zwei Durchgangsräumen bestand. Der sich über die gesamte Länge des Erdgeschosses erstreckende (3,5 × 8,09 m) Metzgereibereich war aus hygienischen Gründen vom Rest abgetrennt und nur von der Straße her zugänglich. Ebenso wie das Milchgeschäft war er vom Estrichboden aus hoch mit Kacheln verkleidet. Das ursprünglich für zwei Wohnungen als Erholungsbereich gedachte Obergeschoss war mit ihm verbunden und diente für die Betreiber der Geschäftsflächen als kompakte Wohneinheit. In diesen privaten Wohnbereich gelangte man direkt vom Lager hinter dem Verkaufsladen, wo sich ein Vorraum und auch ein für das Personal zugängliches Bad mit Badewanne und Toilette befanden. Im Obergeschoss war untypischerweise die Küche, ferner befanden sich dort ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und ein Kinderzimmer.
Das Doppelhaus wurde bis 2017 jahrzehntelang als Geschäftshaus genutzt, bis der kleine Gemischtwarenladen geschlossen wurde. Das Aussehen seiner Umgestaltung von 1940–1941 ist zwar noch zu erkennen, wird jedoch größtenteils von späteren Überlagerungen verdeckt wie etwa von der Holzlattenverkleidung der gesamten Erdgeschossfläche, von den nachträglich zugemauerten früheren Schaufenstern oder von modernen Werbeflächen und Werbebannern. Zur Zeit harrt das Haus seines weiteren Schicksals und wird in der Zwischenzeit immer baufälliger.

 

 

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