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Kindergarten in der Straße Na Vyhlídce

Datierung 1931
Kode Z2
Adresse Na Vyhlídce 1016, Zlín
Öffentlicher Nahverkehr Öffentlicher Nahverkehr: Na Vyhlídce (TROL 4, 5)
GPS 49.2186475N, 17.6565900E

Das bereits seit 1931 als Kindergarten dienende Haus in der Straße Na Vyhlídce erinnert vom Volumen her an den standardisierten Einfamilienhaustyp, der für gewöhnlich von einer Familie der höher gestellten Beschäftigten der Firma Baťa genutzt wurde. Das Haus befindet sich hinter dem Ledigenwohnheimstreifen am Ostrand des Viertels Letná. Zusammen mit der zur gleichen Zeit von Architekt Miroslav Lorenc entworfenen Schule sollte es eine für die Kinder der im neu erbauten Wohnviertel wohnenden Familien bestimmte Einrichtung sein. Das Objekt wurde zum Bestandteil der sozialen Infrastruktur. Neben Bildungseinrichtungen wurden in Letná und in anderen Baťa-Vierteln auch Geschäfte, Sportplätze oder Gemeinschaftswäschereien geschaffen. Für diese Zwecke hat man häufig gängige Arbeitertypenhäuser adaptiert. Aus den Archivmaterialien ist bekannt, dass man vor der Entstehung des Kindergartens in der Straße Na Vyhlídce für diese Zwecke ein Viertelhaus in der Straße Kotěrova genutzt hatte. Ähnlich wie die von der Firma Baťa geplanten Typenwohnhäuser wurde der Bau von einem Team der damals von František Lýdie Gahura geleiteten Bauabteilung entworfen.
Die Pläne zum Bau des neuen Kindergartens in der Straße Na Vyhlídce entstanden im September 1931. Das Erdgeschoss bot zwei Unterrichtsräume, eine Garderobe, zwei Vorräume mit einer weiteren Garderobe und eine Toilette. Eine gegenüber dem Eingang von der Straße Na Vyhlídce gesetzte U-förmige zweiläufige Treppe führte in das zweite Geschoss, wo sich ein dritter Unterrichtsraum, ein Spielzimmer und eine Lehrerwohnung befanden. An der Ostseite war eine gemauerte Veranda mit Eingang zum Garten geplant. Im Jahr 1959 erfolgte eine Generalrenovierung des Kindergartens, wobei die Wohnung durch einen neuen Klassenraum ersetzt wurde, es kam auch zu einer Modernisierung des Badezimmers und der Innenausstattung. Im Jahr 1965 wurde die Ostseite um einen Anbau erweitert, der für eine Küche mit Speisekammer vorbehalten war. Das Objekt hatte danach zwei Eingänge, der Westeingang diente als Haupteingang, und der zweite, nach Süden gewandte als Wirtschaftseingang mit Anbindung an die Küche. In dieser Zeit sollte der Kindergarten für 60 Kinder dienen, weswegen auch der angrenzende Garten vergrößert wurde. Autor des Projekts war das Baubüro Centroprojekt.
Viele der ursprünglichen Infrastrukturobjekte haben ihre ursprüngliche Funktion schon längst verloren oder existieren nicht mehr, sie wichen der späteren Bebauung, und an ihrer Stelle würden wir heute Supermärkte, Wohnhäuser oder gewerbliche Objekte finden. Der Kindergarten Na Vyhlídce ist eines der wenigen Infrastrukturobjekte in den Wohnvierteln, die – im Unterschied zu dem Geschäft, das ab den dreißiger Jahren auf der gegenüberliegenden Straßenseite betrieben wurde – immer noch zu ihrem ursprünglichen Zweck dienen. Die Grundbaumasse mit dem Anbau und der angrenzende Garten sind erhalten geblieben, der Kindergarten hat keine Wärmedämmung, jedoch wurden die Fenster ausgetauscht. Die Innenräume wurden an die aktuellen Bedürfnisse eines Kindergartens angepasst, und die Küche ist immer noch in Betrieb.