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Kirche St. Philipp und Jakob

Datierung 0–1884
Kode Z8
Adresse Třída Tomáše Bati, Zlín
Öffentlicher Nahverkehr Öffentlicher Nahverkehr: náměstí Míru (TROL 1, 2, 3, 4, 5, 8, 9, 11, 12, 13, BUS 31, 32, 33, 35, 36, 53, 70, 90) Dlouhá (TROL 2, 4, 5, 9, BUS 33, 35, 36) Školní (TROL 1, 2, 3, 4, 5, 8, 9, 11, 12, 13, BUS 31, 32, 33, 35, 36, 38, 53, 70, 90) Divadlo (BUS 31, 70)
GPS 49.2247503N, 17.6682192E

Denkmalschutz Die Kirche St. Philipp und Jakob ist immobiles Kulturdenkmal mit der Registernr. ÚSKP 50903/7-8953

Der architektonisch und künstlerisch eher durchschnittliche und seinem Erscheinungsbild nach fade Bau der Kirche St. Philipp und Jakob ist im Kontext der Stadt Zlín Träger eines zweifellosen historischen Wertes. Die erste schriftliche Erwähnung über die Existenz einer Pfarrkirche stammt aus dem Jahr 1437, die heutige Kirche befindet sich jedoch an einer Stelle, die mit den Urgründungen von Zlín in Verbindung gebracht wird. Gerade in der Umgebung der Kirche können wir nämlich die älteste Siedlungsballung der ganzen nach und nach gewachsenen regelmäßigen Besiedelung lokalisieren. Sie befand sich an einer Stelle, an der sich zwei bedeutende lokale Handelstrassen kreuzten. Eine führte durch das Podřevnicko-Tal von Westen nach Osten, die andere kreuzte diese im Bereich der heutigen Straßen Dlouhá, Osvoboditelů und Hradská und hat Holešov mit Uherský Brod verbunden. 
Erst etwas später hat sich das Stadtzentrum ein wenig nach Norden verlagert, wo um einen regelmäßig abgesteckten Platz nach und nach ein Häuserraster entstand. Der Kirchenbezirk hat jedoch auch weiterhin eine wesentliche Stelle im Urbanismus der Stadt beibehalten. Auf der heutigen Pfarrwiese stand vor dem Bau der vierspurigen Landstraße das historische Pfarrgebäude (1967 abgerissen), in dichter Nähe der Kirche wurde ein Volksschulgebäude errichtet (Bau 1857, Abriss 1932), direkt gegenüber dem Haupteingang der Kirche wurde auf Kosten der Bürger im Jahr 1865 ein Armenhaus gebaut (1933 abgerissen). Der Standort um die Kirche erfüllte so über Jahrhunderte hinweg die Funktion eines geistlichen, sozialen und Bildungszentrums. Mit dieser Eingrenzung harmoniert auch das in den Jahren 1937–1938 hinter der Pfarrwiese errichtete Kloster der Kongregation der barmherzigen Schwestern vom III. Orden des hl. Franziskus in Opava.
Die Pfarrkirche hat im Laufe der Jahrhunderte viele Änderungen durchgemacht. Das Aussehen des Baus im 18. Jahrhundert kennen wir von zwei erhalten gebliebenen Stadtansichten. Die Kirche war damals mit dem Altarraum nach Osten orientiert, die im Westen gelegene Eingangsfront dominierte ein offenbar 1566 seitlich angebauter Turm. Im Jahr 1800 entschied sich der damalige Besitzer der Herrschaft Baron Claudius Bretton allerdings dazu, das damalige Kirchenschiff wegen seines schlechten technischen Zustandes und seiner unzureichenden Größe abzureißen. Das neue Kirchenschiff sollte nach Nord-Süd ausgerichtet werden, der ursprüngliche Turm gelangte dadurch an die Hauptfront.
Die qualitativ schlecht ausgeführte Arbeit führte im Jahr 1803 zum Abriss des Schiffs. Mit dem Neuaufbau wurde der aus Holešov stammende Baumeister Martin Galuška beauftrag, und die fertiggestellte Kirche erlebte im Jahr 1807 ihre Einweihung. In den darauffolgenden Jahrhzehnten ist die Kirche zweimal abgebrannt. Der Wiederaufbau nach dem Brand von 1819 zog sich bis 1830 hin, wobei die deutlichste visuelle Änderung der höhere Turm und die neue Dacheindeckung waren. Von dem Brand im Jahr 1849 wurden außer der Kirche, dem Pfarrhaus und der Schule noch weitere 138 Gebäude in der Stadt in Mitleidenschaft gezogen. Der Kirchturm erlebte erst 1884 seine endgültige Wiederherstellung. Der aus Uherské Hradišťe stammende Architekt Dominik Fey war Autor des Entwurfs, der zugleich auch den letzten größeren Eingriff in die äußere visuelle Form der Kirche darstellte.
Die Eingangsfront im Norden wird heute von einem mit Pyramidendach versehenen Turm dominiert. Über dem Eingangsportal wurde das Allianzwappen von Claudius Bretton und seiner Frau Cecilie, geborene Gräfin von Magnis angebracht. Das Kirchenschiff hat einen oktogonalen Grundriss. Der fünfseitige polygonale Chorraum bildet zusammen mit zwei quer angeschlossenen Sakristeien die Form eines Kreuzes. Über den Sakristeien befinden sich Oratorien, die für Gebetsgemeinschaften genutzt werden können. Die Gebäudehülle zwischen den Sakristeien und dem Chorraum wird von einstöckigen Anbauten ergänzt.
Ältester Bestandteil der heutigen Innenraumdekoration sind die 1904 entstandenen Wandmalereien eines Wiener Malers namens Schmidt und neun Heiligenstatuen, die 1970 mit einem einheitlichen marmorfarbigen Anstrich renoviert wurden. Im Jahr 1918 schafften die Pfarreiangehörigen auf eigene Kosten acht Buntglasfenster mit Motiven der Nationalheiligen an. Im Jahr 1931 machte die Kirche eine umfangreiche Renovierung durch, die auch den Kauf und den Bau einer Kirchenorgel von der Orgelbaufirma Rieger aus Krnov umfasste. Den größten Kostenanteil trug damals die Firma Baťa, die im Jahr 1929 nach Ankauf des ehemaligen Zlíner Schlosses und Großgrundbesitzes zum Wohltäter der Kirche wurde.
Einen grundlegenden Wandel im Geiste der liturgischen Vorschriften des zweiten vatikanischen Konzils machte der Innenraum in den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts durch. Die bisherige sehr durchschnittliche, sowohl künstlerisch als auch historisch wertlose Einrichtung wurde durch ein von František Peňaz entworfenes und umgesetztes Konzept ersetzt. Das Erscheinungsbild des Innenraums wurde durch von Antonín Kouba ausgeführte Mosaike an den Seitenaltären und ein zentrales Mosaik im Chorraum mit dem Motiv Christi und den niederknienden Schutzheiligen der Kirche St. Philipp und Jakob der Jüngere vereinheitlicht. Über dem Hauptaltar hängt ein aus einer Glashütte in Železný Brod hergestelltes Kreuz. Im Jahr 1971 stifteten die damaligen drei Kapläne der Kirche einen neuen Kreuzweg von dem Bildhauer Karel Stádník.
Der bisher letzte deutliche Renovierungseingriff war die Anschaffung neuer Glocken für den Kirchturm. Von den existierenden, nach dem ersten Weltkrieg hergestellten vier Eisenglocken ist lediglich eine in Betrieb geblieben, die übrigen verbleiben als Andenken im Turm. Im Jahr 2008 wurden die Glocken um zwei neue Bronzeglocken aus der Glockengießerei Josef Tkadlec ergänzt.
Im Jahr 2018 wurde ein Wettbewerb zur Revitalisierung des Zlíner Friedensplatzes durchgeführt, der auch die Gestaltung des zur Zeit als Parkplatz dienenden Raumes vor der Kirche St. Philipp und Jakob umfasste. Der Siegerentwurf des Brünner Ateliers P. P. Architects sieht eine Umwandlung dieses Ortes in eine intime Piazzetta mit Bäumen, Zierbeeten und städtischem Mobiliar vor. Der Kirchenvorraum könnte dadurch ein viel würdigeres Aussehen erhalten, das der Bedeutung dieses über Jahrhunderte hinweg wichtigen Punktes auf der geistlichen Karte der Stadt entspricht.
 
DV